FRITZ!Boxen – Licht und Schatten

AVM FRITZ!Box 7590 | Foto: Achim Preikschat
Das Flaggschiff von AVM: Die FRITZ!Box 7590

Die FRITZ!Boxen von AVM belegen bei allen Tests immer wieder die vorderen Plätze. Auch viele Telekommunikationsanbieter liefern die Router der Berliner als Standardhardware an ihre Kunden aus. Doch wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Als langjähriger Nutzer von FRITZ!Boxen habe ich einige Punkte gefunden, die sich mit einem Firmware-Update leicht verbessern ließen. „FRITZ!Boxen – Licht und Schatten“ weiterlesen

Routerzwang zum 1. August 2016 abgeschafft

AVM FRITZ!Box

Am 1. August 2016 wird der Routerzwang an Internet- und Telefonanschlüssen aufgehoben. Die Anbieter sind dann dazu verpflichtet, ihren Kunden die Zugangsdaten mitzuteilen und den Betrieb von selbst gekauften Routern zuzulassen. So hat es der Gesetzgeber bestimmt.

Was heißt das konkret? Zunächst muss zwischen Router und Modem unterschieden werden. Beide Geräte sind zum Betrieb an einem DSL-, Kabel- oder Glasfaseranschluss erforderlich. Häufig ist das Modem aber bereits schon im Router integriert. Während man an den DSL-Anschlüssen der meisten Anbieter schon seit Jahren selbst gekaufte Hardware anschließen kann, war das bei den Kabelbetreibern nicht möglich. Selbst bei einem reinen Internetanschluss bekam man ein Kabelmodem gestellt, selbst gekaufte Modems werden von den Anbietern nicht freigeschaltet. Selbstverständlich kann man einen beliebigen Router an dem vom Anbieter zur Verfügung gestellten Modem betreiben. Anders verhält es sich, wenn auch die Telefonie über den Anschluss abgewickelt wird. Dann ist man wieder auf einen vom Anbieter gestellten Router mit integriertem Modem angewiesen. Die Anbieter begründen das mit Sicherheitsmaßnahmen. Während der Kunde bei einem DSL-Anschluss eine eigene Leitung von der Wohnung bis zur Vermittlungsstelle hat, teilen sich beim Kabelanschluss mehrere Kunden eine physische Leitung. Um Missbrauch zu vermeiden, sind hier also besondere Sicherheitsvorkehrungen erforderlich. Doch selbst wenn man einen selbst gekauften Router mit Telefonunterstützung an dem vom Anbieter gestellten Modem betreiben möchte, hat man das Nachsehen. Die Anbieter rücken die Zugangsdaten für die IP-Telefonie in der Regel nicht raus und verweisen auf ihre eigenen Geräte. Genau das wird sich ab dem 1. August 2016 ändern. Dann müssen auch Kabelbetreiber ihren Kunden den Betrieb von selbst gekauften Modems oder Routern mit integriertem Modem ermöglichen und die Zugangsdaten mitteilen. Noch fraglich ist allerdings, wie die Kabelbetreiber das umsetzen wollen. Am Beispiel des Anbieters Unitymedia kursieren in diversen Blogs im Internet Gerüchte, wonach man Unitymedia ab dem 1. August 2016 die MAC-Adresse und Seriennummer seines Routers oder Modems mitteilen und das Gerät somit freischalten lassen kann. Unitymedia selbst hat sich dazu bislang aber noch nicht offiziell geäußert.

Die Routerfreiheit kann unter Umständen aber auch Nachteile für die Kunden mit sich bringen. Verfügt man über ein vom Anbieter zur Verfügung gestelltes Gerät, erfolgen Softwareupdates per Fernwartung, gleiches kann auch für die Entstörung gelten. Bei selbst gekauften Geräten ist der Kunde für die Wartung und Entstörung verantwortlich. Entstehen dem Anbieter dadurch Kosten, wird der Kunde zur Kasse gebeten.

Botnetz spioniert Router aus

TP-Link TL-WR1043ND
Foto: TP-Link

Viele Routerbesitzer wiegen sich in trügerischer Sicherheit. Das Computermagazin c’t hat vor wenigen Tagen ein Botnetz analysiert, das sich eine Linux-Schwachstelle in einigen Routern zunutze macht. Auf den Geräten wurde aus der Ferne eine Schnüffelsoftware installiert, die Zugangsdaten an einen zentralen Server übermittelt. Da der Schädling direkt auf dem Router aktiv ist, sind neben PCs auch Smartphones und Tablets betroffen. Zudem kann das Schnüffelprogramm nicht durch Antivirenprogramme erkannt werden.
Der Schädling nutzt eine vier Jahre alte Schwachstelle im Linux-Betriebssystem der Router aus. Vorwiegend handelt es sich um Geräte, die mit einer älteren Version der freien Firmware DD-WRT betrieben werden. Das dürfte zum Beispiel bei dem beliebten Router TL-WR1043ND von TP-Link der Fall sein, sofern dieser nachträglich mit der freien Firmware geflasht wurde. Die Entwickler von DD-WRT erklärten gegenüber c’t, dass neuere Versionen der Software von dem Bug nicht mehr betroffen sind.
Nachdem c’t das Botnetz aufgespürt hatte, wurde dieses vom Landeskriminalamt Niedersachsen vom Netz genommen. Auch Benutzer und Firmen in Deutschland sind betroffen und wurden vom LKA angeschrieben.
Grund zur Entwarnung gibt es allerdings nicht. Niemand weiß, wann ein ähnliches Botnetz auf die betroffenen Router zuschlägt. Der beste Schutz kann daher nur sein, die Firmware seines Routers auf dem aktuellen Stand zu halten. Bietet ein Hersteller trotz bekannter Sicherheitsmängel kein Update an, sollte man das Gerät gegen ein anderes austauschen.

AVM ist besorgt über den Routerzwang

Nicht jeder Router lässt sich problemlos an jedem Internetzugang in Betrieb nehmen. Viele Netzbetreiber machen ein großes Geheimnis um die Zugangsparameter. Damit wollen sie erreichen, dass die Kunden die von ihnen angebotenen Router verwenden. Der Berliner Hersteller AVM kritisiert diese Entwicklung zum Routerzwang.

Wer einen Internetzugang bei einem Netzanbieter bestellt, erhält kostenlos oder besonders günstig einen Router dazu. Einfach anschließen, das Gerät konfiguriert sich von selbst und schon kann das Surfen beginnen. Doch was so einfach klingt, hat auch einen Haken: Möchte der Kunde einen Router von einem anderen Hersteller in Betrieb nehmen, steht er nicht selten vor großen Problemen. Neben Benutzername und Kennwort müssen für einen erfolgreichen Verbindungsaufbau häufig noch weitere Parameter eingegeben werden. Dies gilt vor allem dann, wenn auch die Telefonie über das Internet erfolgt. Normalerweise sollte man diese Daten bei seinem Netzanbieter erfragen können. Doch viele Provider rücken diese Informationen nicht heraus und verweisen auf die von ihnen angebotenen Router. Dabei regelt das Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen (FTEG) ganz eindeutig, dass Kunden die freie Auswahl bei Endgeräten haben. Die Frage, was ein Endgerät ist, scheinen die Netzanbieter unterschiedlich zu definieren. Und auch die Bundesnetzagentur scheint das ähnlich zu sehen, denn die Behörde überlässt diese Einschätzung offenbar den Netzanbietern und schreitet nicht ein. Diese Praxis gefällt dem Routerhersteller AVM gar nicht. Zwar liefern die Berliner ihre FRITZ!Boxen auch an diverse Netzanbieter, doch zugleich sorgt sich AVM um den breiten Wettbewerb. Kunden müssen sich häufig mit den Geräten zufrieden geben, die ihnen vom jeweiligen Netzanbieter angeboten werden. Wer einen Router mit einem größeren Funktionsumfang und mehr Komfort betreiben möchte, steht häufig vor scheinbar unlösbaren Problemen. Man stelle sich vor, dass man im Netz eines Mobilfunkanbieters nur mit bestimmten Handys telefonieren könne. Unvorstellbar, so AVM. Das Unternehmen fordert die Bundesnetzagentur dazu auf, Kunden und Marktanbietern die freie Wahl des Endgerätes zu ermöglichen. Eigentlich eine Forderung, die selbstverständlich sein sollte.

Router mit oder ohne DSL-Modem?

Bei der Neuanschaffung eines Routers steht man immer wieder vor der Frage, ob man ein Gerät mit oder ohne integriertem DSL-Modem kaufen soll? Eine Standardantwort auf diese Frage gibt es nicht. Daher sollte man das Für und Wider genau abwägen.Als die Deutsche Telekom Mitte 1999 die ersten DSL-Anschlüsse anbot, stellte sich die Frage nach einem Router noch nicht. Das mitgelieferte DSL-Modem wurde an den Splitter und direkt an den PC angeschlossen. Der Computer war dem Internet schutzlos ausgeliefert, in heutigen Zeiten undenkbar. Mit der steigenden Zahl an PCs in Haushalten und Firmen schlug die Stunde der Router. Sie ermöglichten nicht nur mehreren Rechnern die gemeinsame Nutzung eines Internetzugangs, sondern schützten die PCs auch durch ein Regelwerk vor Angriffen von außen. An diesem Grundprinzip hat sich bis heute nichts geändern, wenngleich heutige Router wesentlich komfortabler sind. Neben WLAN bringen sie Unterstützung für VPN, VoIP und DynDNS mit, haben Printserver, USB-Anschluss und Switch integriert. Nicht wenige Modelle verfügen zudem über ein integriertes DSL-Modem. Das erspart Verkabelungs- und Konfigurationsaufwand und belegt keine zusätzliche Steckdose für ein Netzteil. Doch schon beim Umstieg auf einen 16Mbit-Anschluss erlebt so mancher mit seinem in die Jahre gekommenen Router das blaue Wunder: Statt 16 Mbit/s stehen maximal 8 Mbit/s zur Verfügung. Der Grund: Das im Router integerierte Modem schafft keinen höheren Datendurchsatz. Im Idealfall bietet der Routerhersteller ein Firmwareupdate an Ansonsten muss ein neuer Router her oder man setzt das vom Provider gelieferte Modem ein. Mit einem Router ohne integriertem Modem ist man also sehr flexibel. Ob ADSL, VDSL, UMTS oder Internet über den Kabelanschluss – dank des vorgeschalteten Modems ist er in all diesen Fällen einsetzbar. Zudem lohnt es sich, in einen Router ruhig einige Euro mehr zu investieren, denn er soll die Rechner und das Netzwerk ja optimal schützen und zudem möglichst viele Funktionen anbieten. Den Wechsel von ADSL zu VDSL macht er locker mit, was man von einem ADSL-Modem nicht behaupten kann.Wer diese kleinen, blinkenden Kästen und die dazugehörigen Kabel aber überhaupt nicht leiden kann, möge auf einen Router mit integriertem Modem zurückgreifen. In der Regel bekommt man sie von seinem Telefonanbieter kostenlos oder zu einem geringen Preis zur Verfügung gestellt.