ownCloud oder Nextcloud nutzen

ownCloud oder Nextcloud

Mit Nextcloud gibt es seit Mitte 2016 ein weiteres Cloud-Projekt. Ins Leben gerufen wurde es von ownCloud-Gründer Frank Karlitschek. Der hatte sich nämlich mit seinen bisherigen Kollegen überworfen und kurzerhand ein eigenes Projekt ins Leben gerufen. Einige wichtige Entwickler wechselten mit ihm ebenfalls die Fronten. Damit war der Fork Nextcloud gegründet und für die Benutzer stellt sich nun die Frage, welche Cloud sie einsetzen sollen.

Noch ist die Situation relativ entspannt, denn ownCloud und Nextcloud unterscheiden sich nur unwesentlich voneinander. Zwar gibt es für Nextcloud inzwischen auch Clients für iOS, Android, PC und Mac, doch auch die ownCloud-Clients funktionieren ebenfalls tadellos. Das könnte sich in naher Zukunft allerdings ändern, denn Karlitschek verfolgt mit Nextcloud ein anderes Ziel als die Macher von ownCloud. Bei ownCloud wird zwischen privater und kommerzieller Nutzung unterschieden. Entsprechend gibt es Unterschiede beim Funktionsumfang der Cloud-Anwendung. Karlitschek bietet mit Nextcloud allen Benutzern die gleichen Features. Komerzzielle Anwender erhalten auf Wunsch allerdings einen kostenpflichtigen Support. Allein schon über dieses Geschäftsmodell sollen sich Karlitschek und seine früheren Kollegen von ownCloud zerstritten haben.

 

Nextcloud Box
Frank Karlitschek ist eine Kooperation mit Canonical und WDLabs eingegangen. Dabei heraus kam die Nextcloud Box. Ein kleines, mit Nextcloud gelabeltes Gehäuse, in dem eine 1-TB-Festplatte von Western Digital steckt. Die Box bietet Platz für einen Raspberry Pi 2, den der Benutzer gesondert zukaufen muss. An einer Unterstützung für den Raspberry Pi 3 wird bereits gearbeitet. Als Betriebssystem kommt Ubuntu Core zum Einsatz. Die Box kostet 70 Euro und soll ab Anfang Oktober von WDLabs ausgeliefert werden. Dort kann sie übrigens auch bestellt werden. Den benötigten Raspberry Pi 2 muss man sich anderweitig besorgen.
Die Nextcloud Box ist sicherlich ein nettes Gimmick. Das Kästchen läuft allerdings nicht out of the box, da der Benutzer den Raspberry Pi zukaufen und selbst verbauen muss. Und wem nach Basteln zumute ist, der findet sicherlich auch andere geeignete Hardware. Als Beispiel sei hier die NUC von Intel genannt.

Nextcloud Box
Die Nextcloud Box bietet Platz für einen Raspberry Pi, der allerdings nicht zum Lieferumfang gehört. Foto: nextcloud.com

Wechseln oder warten?
Momentan ist noch keine Eile geboten. Beide Cloud-Lösungen bieten nahezu den gleichen Funktionsumfang an. Das könnte sich aber relativ schnell ändern. Bis Ende des Jahres wollen die Macher von Nextcloud eine neue Version veröffentlichen. Auch von den ownCloud-Machern dürfte alsbald ein Upgrade zu erwarten sein. Fraglich ist allerdings, ab welchem Versionsstand eine Migration aufwendig wird. Momentan beschränkt sich die nämlich darauf, dass man einfach die Programmversion von ownCloud durch die von Nextcloud ersetzt.