Leben ohne Facebook

Smartphone
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„Brauche ich Facebook?“ Diese Frage stelle ich mir seit Monaten. Mir gehen viele Gedanken durch den Kopf. Weil man aber so nicht weiterkommt, starte ich einfach einen Selbstversuch.

Mein Verhältnis zu Facebook ist gespalten. Einerseits begreife ich es als eine Datenkrake, die einem Müllhaufen gleicht. Andererseits scheint man als moderner Mensch nicht mehr ohne einen Account leben zu können. Also gehe ich die Sache logisch an. Hat Facebook für mich einen informellen Charakter? Nein, denn ich bestimme lieber selbst, wie, wo und über was ich mich informiere. Erfahre ich über Facebook, was meine Freunde machen? Nein, denn zu denen halte ich persönlichen Kontakt. Habe ich vielen Menschen etwas mitzuteilen? Nein, denn ich bin keine Person von außerordentlichem Interesse. Fühle ich mich auf Facebook sicher? Nein, denn niemand weiß, was wirklich mit unseren Daten passiert. Nachdem ich mir diese entscheidenden Fragen beantwortet habe, kann ich zur Tat schreiten.

11.07.2019
Direkt löschen möchte ich erst einmal nichts. Also deaktiviere ich meine Facebook-Seite und mein Profil.

12.07.2019
Im Sender habe ich zwei Schauspieler zum Interview zu Besuch. Als ich ihnen erzähle, dass ich meinen Account bei Facebook deaktiviert habe, ernte ich Lob. Nebenbei erfahre ich, dass die Schauspielerin auch nicht bei Facebook ist. Es geht also auch ohne.

13.07.2019
Ich verbanne den Facebook-Seitenmanager von meinem Smartphone und meinem Tablet. Es fällt mir ausgesprochen leicht und ich vermisse nichts.
Stolz erzähle ich einem Freund am Telefon, dass ich mein Profil deaktiviert habe. Er guckt nach und sagt, dass ich tatsächlich nicht mehr gefunden werde. Ich fühle mich wohl und bestätigt in meinem Handeln.

20.07.2019
Seit der Deaktivierung meines Facebook-Accounts ist inzwischen eine Woche ins Land gegangen. Wenn Kollegen auf ihrem Rechner Facebook geöffnet hatten, geriet ich manchmal ganz kurz ins Grübeln, was dann aber auch schnell wieder vorbei war. Bisher wurde ich auch noch von niemandem angesprochen, dass ich auf Facebook nicht mehr zu finden bin. Und da ich nichts vermisse, bin ich auf die nächste Woche ohne Facebook gespannt.