iPhone 6 verbogen – Gravis verweigert Gewährleistung

iPhone 6

Als das iPhone 6 Ende 2014 auf den Markt kam, las alle Welt die Berichte über verbogene Geräte. Ich fand das ungeheuerlich und konnte es irgendwie nicht nachvollziehen. Im Herbst 2015 erwischte es mich dann selbst. Die einjährige Garantie durch Apple war bereits abgelaufen, aber das iPhone befand sich noch in der gesetzlichen Gewährleistung. Dass die in diesem Fall weiterhilft, erwies sich aber als Trugschluss.

An meinem iPhone 6 war mir aufgefallen, dass der Touchscreen oben links nicht ganz plan auf dem Rahmen aufliegt und leichtes Spiel hat. Da sich das iPhone noch im Rahmen der zweijährigen Gewährleistung befindet, schickte ich es zu Gravis nach Berlin und bat um Nachbesserung.

Zwei Wochen später erhielt ich eine Mail. Der Fehler lasse sich nachvollziehen und sei auf ein verbogenes Backcover zurückzuführen. Einen Anspruch auf Gewährleistung sehe man aber nicht. Man bot mir einen Austausch über Apple für 319,99 Euro an.

Ich teilte Gravis mit, dass ich hierzu nicht bereit sei. In meiner Mail verwies ich darauf, dass Apple kurz nach der Markteinführung des iPhone 6 bekanntlich Schlagzeilen wegen verbogener iPhone 6 gemacht hatte. Zudem könne es nicht sein, dass sich ein Smartphone bei bestimmungsgemäßem Gebrauch verbiegt. Ich wies darauf hin, dass ich das Gerät stets in einer Steckhülle und nicht in der Hosentasche aufbewahrt hatte.

Anfang Februar, also zwei Monate nach Zusendung des Gerätes zu Gravis, erhielt ich das iPhone 6 unrepariert zurück. Im Lieferschein wies Gravis darauf hin, dass sich ein iPhone nicht von alleine verbiegen könne. Da ich keine Kostenzusage erteilt hatte, sei keine Reparatur erfolgt.

Nun greift das, was in der gesetzlichen Gewährleistung geregelt ist. Ab dem siebten Monat muss der Käufer gegenüber dem Verkäufer nachweisen, dass der Vertragsgegenstand bereits beim Kauf einen versteckten Mangel hatte. Gut, man könnte sich jetzt auf die zahlreichen Fälle über verbogene iPhone 6 berufen. Laut Berichterstattung in den Medien hatte Apple ja wohl auch einige Geräte kostenlos getauscht. Apple hilft mir aber nicht weiter, denn mein Vertragspartner ist Gravis, weil ich das Gerät dort gekauft habe. Um das iPhone 6 im Rahmen der Gewährleistung nachgebessert zu bekommen, müsste ich wohl ein Materialgutachten erstellen lassen und meinen Anspruch einklagen. Das würde immense Kosten erzeugen, die ich am Ende vielleicht sogar aus eigener Tasche bezahlen müsste. Denn man weiß natürlich nicht, wie ein Gericht bei einer solchen Klage entscheiden würde.

Momentan bin ich also etwas ratlos. Eventuell kontaktiere ich mal den Verbraucherschutz oder einen Rechtsanwalt.