Glück will gelernt sein

Glückliches Smiley
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Wie glücklich sind Sie in diesem Augenblick? Sie werden feststellen, dass sich diese Frage gar nicht so einfach beantworten lässt. Oft verwechseln wir Glück mit Zufriedenheit. Glück ist nämlich ein temporärer Zustand, auf den wir nur wenig Einfluss haben. Unsere Zufriedenheit können wir jedoch aktiv beeinflussen.

Jeden Tag streben wir nach Glück. Wir kaufen uns schöne Dinge, fahren in Urlaub, treffen uns mit Freunden, verabreden uns zu einem Date. Wir sind echte Wiederholungstäter, können davon gar nicht genug bekommen. Werden wir gefragt, warum wir all das immer wieder tun, antworten wir: „Ich möchte glücklich sein.“ Bleiben wir bei dem Date. Es ist schon spannend, einen neuen Menschen kennenzulernen und ihm näher zu kommen. Das macht glücklich. Doch schon sehr bald stellen wir fest, dass dieses Glück in sich zusammenfällt. Wir suchen nach dem nächsten Kick. Ähnlich verhält es sich bei Konsumgütern. Eine ganze Industrie lebt nicht schlecht davon uns einzureden, was wir zum Glücklichsein brauchen. Und wir geben bereitwillig viel Geld dafür aus. Ob die neuen Schuhe, der neue Fernseher, das neue Smartphone – es gibt immer wieder ein neues Objekt unserer Begierde. Doch auch nach dem Kauf des dreißigsten Paar Schuhe stellen wir fest, dass wir nicht glücklicher als vorher sind. Auch nach dem zehnten Date sind wir immer noch auf der Suche nach einem Menschen, der uns glücklich macht. Es scheint, als würden wir unser Glück niemals finden.

Die erste wichtige Erkenntnis ist, dass uns kein Gegenstand oder Mensch dauerhaft glücklich machen kann. Glück ist nämlich kein Dauerzustand, sondern auf den Moment bezogen. Es hält selten über mehrere Tage, Wochen oder Monate. Und Glück braucht als Nährboden die Zufriedenheit. Wenn wir unzufrieden sind, werden wir das Glück oft gar nicht erkennen. Beim Glück sind wir auf äußere Einwirkungen angewiesen. Für die Zufriedenheit können wir allerdings selbst sorgen. Wenn wir im Kern zufrieden sind, werden wir Glücksmomente als etwas Besonderes zu schätzen wissen. Und wenn uns das Glück verlässt, werden wir nicht unglücklich sondern weiterhin zufrieden sein.
Dabei hilft uns eine ganz einfache Übung: In Gedanken oder besser auf dem Papier machen wir eine Checkliste. Wir zählen auf, welche Dinge in unserem Leben uns stören:

  • Sind wir in unserem Beruf zufrieden?
  • Fühlen wir uns in unserer Wohnung wohl?
  • Entspricht unser äußeres Erscheinungsbild unseren Vorstellungen?
  • Womit und wie sinnvoll gestalten wir unsere Freizeit?
  • Was wollten wir schon immer einmal machen?
  • Welche Bedeutung haben unsere Freunde für uns?
  • Wofür geben wir unser Geld aus und brauchen wir all diese Dinge wirklich?

Sicherlich gibt es noch einige Punkte, um die sich diese Checkliste erweitern lässt. Anschließend sollten wir uns ausreichend Zeit nehmen, diese einzelnen Punkte zu beantworten. Wenn wir ehrlich sind werden wir schnell feststellen, dass es einigen Optimierungsbedarf gibt. Das ist der erste Schritt zur Zufriedenheit. Wir müssen dafür sorgen, dass unser Umfeld und unser inneres Ich im Reinen ist. Das führt zu mehr Gelassenheit im Alltag und wir rennen nicht dauernd unserem Glück hinterher. Wenn wir es dann doch finden, können wir es unbeschwert genießen. Verlässt es uns wieder, werden wir von unserer Zufriedenheit getragen.
Wenn man so will kann man sagen, dass Zufriedenheit dauerhaft glücklich macht.