FRITZ!Boxen – Licht und Schatten

AVM FRITZ!Box 7590 | Foto: Achim Preikschat
Das Flaggschiff von AVM: Die FRITZ!Box 7590

Die FRITZ!Boxen von AVM belegen bei allen Tests immer wieder die vorderen Plätze. Auch viele Telekommunikationsanbieter liefern die Router der Berliner als Standardhardware an ihre Kunden aus. Doch wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Als langjähriger Nutzer von FRITZ!Boxen habe ich einige Punkte gefunden, die sich mit einem Firmware-Update leicht verbessern ließen.

Nicht gerade preiswert
Günstig zu haben sind die FRITZ!Boxen nicht. Wer auf DECT, Telefonie, schnelles WLAN und ein performantes Modem Wert legt, muss schon zu einem der Flaggschiffe greifen. Die haben zwar alles an Bord, kosten dafür aber auch locker über 200 Euro. Das wäre dann auch der erste Kritikpunkt: Muss ein Router mit dieser Ausstattung wirklich so teuer sein?

Fax auf allen Nummern
Werden mehrere Rufnummern und eine davon für den Faxempfang und -versand konfiguriert, sollten Faxe eigentlich nur auf der Faxnummer angenommen werden. Ich muss allerdings immer wieder festellen, dass Faxe auch auf Rufnummern angenommen werden, die nur für die Telefonie eingerichtet sind. Der Support von AVM verwies auf das Tutorial zur Einrichtung von Rufnummern auf der Internetseite. Warum Faxe auch auf Rufnummern für Sprache angenommen werden, konnte er leider nicht erklären.

Fehlende Beschriftung für Ansagedateien
Neben den Standardansagen lassen sich für den integrierten Anrufbeantworter auch benutzerdefinierte Ansagen hochladen. Das können WAV- oder MP3-Dateien sein. Leider zeigt die FRITZ!Box nach dem Hochladen im Konfigurationsmenü nicht an, wie die Ansage heißt. Möchte man das kontrollieren, muss man den Anrufbeantworter anrufen und sich die Ansage anhören.

Die FRITZ!Box vergisst nichts
In der FRITZ!Box lassen sich diverse Benachrichtigungseinstellungen konfigurieren. So kann man sich zum Beispiel empfangene Faxe oder Sprachnachrichten per E-Mail schicken lassen. Hierzu müssen natürlich die E-Mail-Einstellungen in der Box eingerichtet werden. Deaktiviert man diese Funktion wieder, bleiben die Einstellungen allerdings ausgegraut erhalten und lassen sich auch nicht wieder löschen. Gleiches ist auch bei vielen anderen Einstellungsdialogen zu beobachten. Praktisch wäre, wenn sich die Felder vor dem Deaktivieren auch löschen ließen.

WLAN-Umgebung wird nicht aktualisiert

WLAN-Statistik einer FRITZ!Box
Nette Grafik, die sich aber nicht automatisch aktualisiert.


Die FRITZ!Box zeigt in einem grafisch schön aufbereiteten Diagramm die Auslastung des WLANs an. Zu sehen sind die Belegung der Funkkanäle und benachbarte WLANs. Leider sind die Werte veraltet und beziehen sich auf den Zeitpunkt, an dem das eigene WLAN in Betrieb genommen wurde. Eine Aktualisierung der Anzeige ist nicht möglich. Möchte man das erreichen, muss der verwendete WLAN-Kanal aktualisiert werden. Das führt leider zu einer kurzen Unterbrechung der WLAN-Verbindung zu allen Clients und sollte bei einer laufenden Datenübertragung vermieden werden.

Restore mit Tücken
Es kann durchaus mal vorkommen, dass man eine FRITZ!Box auf die Werkseinstellungen zurücksetzen und anschließend die Konfiguration aus einem Backup einspielen möchte. Nach einem Restore müssen die DECT-Telefone neu an der Box angemeldet werden.

Gewährt man WLAN-Clients nur Zugang anhand ihrer Mac-Adresse (was ich aus Sicherheitsgründen empfehle), wird diese Liste nach einem Restore nicht wiederhergestellt. Alle Mac-Adressen müssen also mühsam wieder angelegt werden.

Lange Lease-Zeiten
Der in der FRITZ!Box integrierte DHCP-Server vergibt auf Wunsch automatisch IP-Adressen an die Clients. Standardmäßig haben die vergebenen Adressen eine Gültigkeit von 10 Tagen. Als niedrigster Wert lässt sich ein Tag einstellen. Praktisch wäre, wenn man die Gültigkeit auch in Stunden angeben könnte. Somit stünden nur kurzzeitig genutzte IP-Adressen schneller wieder zur Verfügung.

USB-Ports sehr langsam
Die höherpreisigen FRITZ!Boxen haben einen Mediaserver integriert. Über per USB angeschlossene Sticks oder Festplatten kann eine FRITZ!Box somit als NAS genutzt werden. Leider sind die USB-Ports der Box dermaßen langsam, dass es einfach keinen Spaß macht. Das gilt erstaunlicherweise auch für die neueren Boxen mit USB-3.0-Port.

Fazit
Unter dem Strich kann man den FRITZ!Boxen eines attestieren: Sie verrichten ihren Dienst zuverlässig und bieten viel Komfort. Bei der Firmware könnte AVM allerdings noch an einigen Stellen optimieren. Das würde den Anschaffungspreis von teilweise über 200 Euro etwas erträglicher machen.