Corona-Pandemie: Wie locker wollen wir werden?

Ausgangssperre
Foto: pixabay.com

Mitten in der Corona-Pandemie blickt ganz Deutschland heute gespannt nach Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel berät mit den Ministerpräsidenten über Lockerungen der Beschränkungen. Ich sehe das sehr skeptisch.

Seit nunmehr drei Wochen gilt in Deutschland der Lockdown. Die meisten Geschäfte, alle Schulen, Kitas und Universitäten sind geschlossen, es gibt keine Veranstaltungen mehr, Menschen dürfen sich nur noch in Zweiergruppen in der Öffentlichkeit bewegen. Darüber hinaus gilt Social Distancing. Keine Hände mehr schütteln, niemanden umarmen oder anfassen, keine Treffen mit Freunden mehr. Was uns Menschen seelisch weh tut, hat für die Wirtschaft katastrophale Folgen, wie es sie noch nie gegeben hat.
Kein Wunder, dass seit Tagen Rufe nach einer Lockerung der Beschränkungen laut werden. Doch wie soll es nach dem 19. April in Deutschland weitergehen? Darüber will Bundeskanzlerin Angela Meerkel heute mit den Länderchefs in Berlin beraten. Auf dem Tisch werden diverse Studien von Instituten mit Lösungsvorschlägen liegen. Vorrangig geht es um die Öffnung von Schulen, Kitas und kleineren Geschäften. Aber auch eine Maskenpflicht dürfte heute Thema in Berlin sein.

Es ist gut, sich Gedanken über ein Ausstiegsszenario zu machen. Die heutigen Beratungen in Berlin wecken eine gewisse Erwartungshaltung in der Bevölkerung. Wer allerdings auf eine schnelle Rückkehr zu gewohnten Lebensweisen hofft, kann nur enttäuscht werden. Denn noch ist die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland zu hoch, es fehlt immer noch an wirksamen Schutzmasken., von einem Medikament oder einem Impfstoff ganz zu schweigen.
In den vergangenen drei Wochen haben wir dank des Lockdowns die Geschwindigkeit der Infizierungen bremsen können. Auch haben wir den Kollaps unseres Gesundheitssystems erfolgreich verhindert. Wenn eine Herdenimmunität von bis zu 70 Prozent der Bevölkerung das erklärte Ziel ist, sind wir davon noch meilenweit entfernt. Ob wir unsere Pizza wieder in der Pizzeria essen oder nur nach Hause mitnehmen dürfen, sollte unser geringstes Problem sein. Wir haben ein wesentlich größeres: Auch in den nächsten Wochen und Monaten wird es um Leben und Tod gehen. Ob wir darauf heute auch Antworten aus Berlin bekommen?