Corona macht keine Weihnachtsferien

Corona und Weihnachten
Corona und Weihnachten

Seit nunmehr acht Monaten hält Covid-19 die Welt in Atem. Auch bei uns in Deutschland sind die Infektionszahlen alarmierend hoch. Heute wird mit 410 Todesfällen innerhalb von 24 Stunden der höchste Stand seit Beginn der Pandemie gemeldet. Ebenfalls heute beraten Bund und Länder über die Strategie für die nächsten Wochen. Die Entwürfe sehen unter anderem vor, die Kontaktbeschränkungen zu verschärfen, um sie zwischen Weihnachten und Neujahr zu lockern. Dann sollen sich bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen können. Eine nette Geste, die mir allerdings Bauchschmerzen bereitet. Schon heute sehen wir, dass sich nicht alle alle die Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen halten. Die täglichen Infektionszahlen – trotz des „Lockdown Light“ – sprechen eine deutliche Sprache. Meine Befürchtung: Weihnachten und Silvester werden sich die Menschen treffen und feiern, spätestens Mitte Januar kämpfen wir wieder mit drastisch gestiegenen Infektionen. Mir fehlt eine vernünftige Strategie, mit der wir halbwegs gut durch den Winter kommen.
Zu Beginn der Pandemie hieß es, Mundschutze würden nichts bringen. Heute haben wir eine Maskenpflicht in vielen Bereichen und wir wissen, dass Alltagsmasken zumindest einen einseitigen Schutz bieten.
In den Sommerferien konnten wir in ferne Länder fliegen, niemand machte sich Gedanken über Corona-Tests bei der Heimkehr. Erst wenige Tage vor Ende der Sommerferien wurden hastig Tests beschlossen und verpflichtend.
Nach den Sommerferien wurden Kitas und Schulen komplett geöffnet, das Ansteckungsrisiko war außen vor. Heute müssen wir feststellen, dass sich Hunderttausende Kinder und Jugendliche in Quarantäne befinden. Die Weihnachtsferien sollen um eine Woche vorgezogen werden, es wird über Wechselunterricht für ältere Schüler nachgedacht.
Seit dem Beginn der Pandemie können junge Menschen nicht mehr feiern. Es gibt keine Konzerte, Clubs und Diskotheken haben geschlossen. Heimlich in Parks oder alten Industrieanlagen organisierte Partys werden von der Polizei aufgelöst. Mit Schnelltests am Eingang von organisierten Partys ließe sich das Risiko einer Ansteckung deutlich reduzieren. Die meisten „Party-People“ würden sich einen solchen Test sicherlich gerne 10 Euro kosten lassen, um dann legal feiern und Spaß haben zu können.
Überhaupt sollten Schnelltests für jedermann zu vertretbaren Preisen verfügbar sein. Jeder Apotheker ist sicherlich dazu in der Lage, einen Abstrich vorzunehmen. Selbst eine Trefferquote von 70 oder 80 Prozent ist noch immer besser, als wenn Menschen ungetestet und unwissend aufeinandertreffen.
Wie gesagt: Unsere Strategie – sofern überhaupt eine vernünftige erkennbar ist – bereitet mir Bauchschmerzen. Und selbst wenn in den nächsten Wochen oder Monaten die ersten Impfungen starten, werden wir noch sehr, sehr lange mit Covid-19 leben müssen. Ewige Lockdowns und Beschränkungen sind eine Notbremse, aber keine Lösung.