Akkuträger und die häufigen Probleme

Akkuträger von Eleaf: iStick TC60 | Foto: Achim Preikschat
iStick TC60 von Eleaf

Akkuträger für Dampfer gibt es als Tube oder Box Mod. Gerade letztere haben sich mehr und mehr durchgesetzt. Es gibt sie in verschiedenen Bauformen, Größen, Farben und Ausstattungsvarianten. Die ausgeklügelte Elektronik unterstützt temperaturgeregeltes Dampfen für Nickel-, Titan- und Edelstahldrähte sowie den klassischen Watt- oder Bypass-Modus. Hinzu kommen häufig Gimmicks wie eine Digitaluhr oder ein Zugzähler. Mit Leistungen bis 100 Watt und teilweise mehr sind sie wahre Kraftpakete.
Je nach Dampfverhalten und Nutzung kann die Freude an dem neuen Akkuträger aber schon relativ schnell vorbei sein. Hier mal die häufigsten Probleme, die ich aus eigener Erfahrung berichten kann.

Akkuträger von Joyetech: eVic-VTC mini | Foto: Achim Preikschat
Der 510er-Anschluss mit Pluspol

510er Gewinde
Zur Aufnahme des Verdampfers besitzen die meisten Akkuträger ein so genanntes 510er Gewinde. Ist das Gewinde des Verdampfers nicht präzise gefräst, kann es das Gewinde des Akkuträgers quasi nachschneiden. Die Folge: andere Verdampfer lassen sich nicht mehr richtig festschrauben. Bei der Vamo V5 ging es sogar so weit, dass am Ende gar kein Verdampfer mehr passte. In meinem Fall war die Vamo danach ein Fall für die Mülltonne.

 

 

 

Gefederter Pluspol
Verdampfer benötigen einen Kontakt für Plus und Minus. Die Minusverbindung wird über das Gewinde hergestellt und bereitet die wenigsten Probleme. Anders sieht es bei der Plusverbindung aus. Hierfür sitzt unten im Gewindezapfen des Verdampfers mittig eine Plusschraube, manchmal aber auch nur ein festsitzender Kontakt. Die Schraube oder der Kontakt stellen beim Aufschrauben des Verdampfers auf den Akktuträger die Verbindung für Plus her. Damit dieser Kontakt bei den unterschiedlichen Verdampfern auch zustande kommt, ist der Pluspol des Akkuträgers angeblich gefedert. Eine sehr irreführende Bezeichnung, denn von einer Feder kann keine Rede sein. Vielmehr handelt es sich bei dem gefederten Pluspol in der Regel um einen Stift, der in einer Kunststoffhülse steckt und von unten mit einem silikonartigen Material gesichert ist. Verliert dieser kleine Ring seine Elastizität oder löst er sich sogar von der Kunststoffhülse, passiert das Malheur: schraubt man nun einen Verdampfer auf, bei dem der Pluspol etwas zu weit heraussteht, wird der Kontakt im 510er Anschluss des Akkuträgers herein gedrückt und verbleibt in dieser Position. Die Folge: andere Verdampfer mit tiefer oder normal sitzendem Pluspol bekommen keinen Kontakt und funktionieren nicht mehr. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich der Pluspol des Akkuträgers oft zwar wieder herausziehen, von einem federnden Pluspol kann aber keine Rede mehr sein.
Da es für Akkuträger keine Ersatzteile gibt, muss man basteln, im Rahmen von Garantie oder Gewährleistung beim Verkäufer reklamieren oder den Akkuträger in die Mülltonne werfen.

Akkuträger von Joyetech: eVic-VTC mini | Foto: Achim Preikschat
Der Feuertaster

Feuertaster funktioniert nicht mehr richtig
Der schöne, runde Feuertaster am Akkuträger ist nichts anderes als eine Plastikkappe, die mit einem kleinen Plastikstift einen SMD-Taster auf der Platine des Akkuträger betätigt. Und wer sich schon einmal mit der Mechanik von Tastern und Schaltern beschäftigt hat weiß, dass diese einen maximalen Lebenszyklus haben. Da es sich um ein mechanisches Bauelement handelt, schalten sie irgendwann nämlich gar nicht mehr. Reparieren lässt sich da gar nichts, denn die Mechanik ist in den Tastern vergossen. Zudem sind diese kaum größer als ein Streichholzkopf. Ist man geübt im Umgang mit SMD-Bauteilen, könnte man einen Austausch in Erwägung ziehen. Hierzu benötigt man aber einen baugleichen Taster und der dürfte sehr schwer zu finden sein.
Folglich gilt auch hier: Sofern sich der Akkuträger noch in der Garantie oder Gewährleistung befindet, kann man eine Reklamation beim Verkäufer ins Auge fassen.

Abschließend noch ein Wort zu Garantie und Gewährleistung, weil das häufig verwechselt wird. Die Garantie ist eine freiwillige Leistung des Verkäufers oder Herstellers. Gerade bei Akkuträgern wird oftmals nur eine Garantie von 6 Monaten gewährt. Während der Garantie werden alle Schäden, die nicht auf unsachgemäße Handhabung zurückzuführen sind, kostenlos behoben.
Unabhängig von der Garantie gilt eine zweijährige gesetzliche Gewährleistung. Diese hat der Verkäufer zu erfüllen. In den ersten sechs Monaten der Gewährleistung liegt die Beweispflicht bei ihm. Er müsste also im Schadensfall nachweisen, dass der Schaden auf unsachgemäße Behandlung zurückzuführen ist. In den restlichen 18 Monaten der Gewährleistung wendet sich das Blatt und die Beweispflicht liegt beim Kunden. Da wird es schon schwieriger dem Verkäufer nachzuweisen, dass der Mangel bereits beim Kauf des Akkuträgers vorlag oder auf Herstellungsfehler beziehungsweise minderwertige Bauteile zurückzuführen ist. Wer will schon bei einem Akkuträger für 30 Euro ein Materialgutachten auf eigene Kosten in Auftrag geben und den Rechtsweg beschreiten. Leider wissen das auch die Hersteller und Verkäufer.

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